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Gedichte
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Verlorene Liebe
Langsam dunkel wird der Abend, Wolken hängen über mir. Am letzten Strahl der Sonne labend wünschte ich, du wärest hier. Gestern noch war uns’re Liebe wie ein Band um uns gewebt. Nachts verschwand’st du gleich dem Diebe, der nach heimlichem Entkommen strebt. Komm, oh Nacht, ich leg’ mich nieder, bette fest mein Haupt auf weichen Grund: Nein, mein Herz verliere ich nie wieder! Nein, nie wieder werde ich gesund! Am nächsten Morgen: ich bin noch am gleichen Ort, ein Sonnenstrahl weckt mich aus dieser Nacht. Die letzte Träne ist schon lange fort und fröhlich bin ich wieder aufgewacht.
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Muttertag
An einem einz’gen Tag im Jahr ist Mutter-sein echt wunderbar. Den einen Tag wird man verwöhnt! Bis plötzlich eine Stimme tönt: „Das ist Geschäftemacherei! Wir machen uns davon jetzt frei. An Mütter soll man immer denken und nicht nur 1x Blumen schenken!“ Jaja, man soll, doch tut es keiner. Und so bleibt nichts. Kein Tag. Nicht einer!
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Vergessen
Vergessen ist die Arbeit - wenn ich euch so seh’. Vergessen ist die Sorge - seid ihr in der Näh’. Vergessen ist der Zorn - wenn ihr einmal lacht. Vergessen ist die Plage - schlaft ihr in der Nacht. Alles ist vergessen, sitzt ihr auf meinem Knie, Doch wohin ihr auch geht, euch vergesse ich nie!!
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Wie gestern
Schon dachte ich, dich für immer verloren zu haben. Schon dachte ich, über den Verlust hinweg zu kommen. Schon dachte ich, ich würde dich vergessen. Doch dann kamst du und sahst mich an - und die Zeit war vergessen - wie nie gewesen. Die Erinnerung wurde lebendig - und auch der Schmerz war wieder da. Werde ich den Verlust noch einmal ertragen können?
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Diät?
Am Morgen steh’ ich fröhlich auf, da nimmt das Schicksal seinen Lauf. Ich geh’ ins Bad und seh’ gerade: Da um die Ecke steht die Waage. Und weil sie meine Feindin ist, lockt sie mich mit der größten List, denn der Gedanke wird geboren: „Vielleicht hab ich ein Pfund verloren!“ Ich steige drauf, mich packt der Schrecken - ich kann ein neues Pfund entdecken. Und wieder hat dies Biest gewonnen. Ein Tag, der fröhlich hat begonnen, wird traurig, grau und schrecklich fade durch diese widerliche Waage. Den ganzen Tag wird nichts gegessen, den ganzen Tag nicht stillgesessen. Erst abends geb’ ich wieder auf: „Was soll’s, ist halt ein Pfund mehr drauf! Ich bin ja schließlich auch recht groß!“ ...und morgen geht’s von vorne los.
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Reue
Was unbedacht ich ausgesprochen, mein lieber Freund, das tut mir leid. Es wär’ bestimmt nicht vorgekommen an and’rem Ort, zu and’rer Zeit. Ein kurzer Augenblick des Zorns hat manche Freundschaft schon zerstört, doch ein „Entschuldigung“ hat man im Anschluß seltener gehört. Auch mir ist manches Wort entwischen, das so gar nicht für dich gedacht. Weil irgendetwas mir nicht passte, hab’ ich mir einfach Luft gemacht. Schon als die Worte draußen waren, da wußt’ ich, dass es Unrecht ist, weil du den Zorn hast abbekommen, obwohl ein guter Freund du bist. Ich würd’ gern ungeschehen machen, was ich gesagt, gedacht, getan, so nimm, voller Verzweiflung bitt’ ich, meine Entschuldigung hier an. Dass du mal wieder abbekommen, was and’ren galt, das tut mir leid. Für deine Freundschaft besser dank ich an and’rem Ort, zu and’rer Zeit.
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Zufriedenheit
Ein jeder Mensch, so lehrt uns Freud, der ist geteilt ganz tief in sich. Die Wissenschaft, die nennt das heut' das Über- und das Unter-'Ich'. Das eine ist die dunkle Seite, die nur das Böse tuen möcht', das and're ist die helle Seite, stets freundlich, gut und auch gerecht. Die beiden Seiten tief in mir, die unterhalten sich zu zweit. Die Helle spricht:" Ich sage dir, vor gar nicht allzulanger Zeit, da wünschte ich mir Kindelein. Jetzt hab' ich zwei, ist das nicht fein?" "Naja", spricht da mein dunkles Ich, "vielleicht für dich, doch nicht für mich. Ich wollte vieles noch erleben, jetzt hängt mir stets ein Kind am Bein." Spricht's helle Ich:" Das war's dann eben. So fällt man oft mit Träumen rein!"
Bei anderen sieht's anders aus. Der Urlaub ist dort kein Problem. Auch geht man abends aus dem Haus und braucht nach keinen Kindern seh'n. Hier spricht die helle Seite:"Schön, wir wollen einen trinken geh'n!" Die dunkle Seite aber schreit: "Was ist ein Leben denn zu zweit? Es fehlt die Würze mir im Leben, wir sind und bleiben stets allein!" Spricht's helle Ich: "Das war's dann eben. So fällt man oft mit Träumen rein!"
So ist der Mensch, stets unzufrieden, er meckert nur, des Seinen satt. Statt das, was da ist, so zu lieben, begehrt er das, was er nicht hat.
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Fernes Ziel
Oh fernes Ziel am Horizont, werde ich dich je erreichen? Träumen hab’ ich stets gekonnt, doch stets mußt’ ich der Wahrheit weichen.
Am Horizont, mein fernes Ziel, niemals ist es für dich zu spät. Ich glaube fast, es fehlt nicht viel und ich mache aus dir meine Realität.
Urlaub
Ein ganzes Jahr bist du so fern, dabei sehn’ ich mich so nach dir. So nahe wäre ich dir gern, doch langsam nur kommst du zu mir. Bist endlich du in meiner Nähe, da fängst du plötzlich an zu rennen, dass ich dein Rücklicht nur erspähe. Ich hab’ echt Angst dich zu verpennen!
Du gehst
Ein Stern verlischt in meinem Leben. An Helligkeit spürt man es nicht. Doch niemals wird es für mich eben dort einen anderen Stern geben, wo jetzt dein Stern für mich erlischt.
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Trauer
Oh gib mir Kraft in dieser Stunde und bet für sie. Wenn sie auch sitzt in ferner Runde, so lass ich nie ihr Lied in mir verklingen!
Drückt auch der Schmerz mich nieder so gibt mir doch die Zeit die Ruhe wieder. Doch immer noch hör ich in mir ihr singen!
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Liebe!?
Wie konnte ich es je bezweifeln, dass ich dich liebe? Doch diese Zweifel trafen mich wie Peitschenhiebe. Ich brauche Freiheit, dachte ich, und macht ein Ende und hoffte, dass ich dann mein Glück auch fände.
Doch was mich einst so weit von dir gerückt, nun nenn’ ich’s Einsamkeit, die mich erdrückt. Ich haß’ die Freiheit nun, die ich genommen und wünschte mir, du ließest zurück mich kommen.
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Herbst
Mein Freund! Hoch oben in der Luft bist du zu Hause, und wer auch immer nach dir ruft; du machst hier Pause. Dein Schwanz, er flattert bunt im Wind, unendlich frei. Ich seh’s und wünsch mir wie ein Kind: “Wär’ ich dabei!” Doch ich bleib fest hier auf der Erde, was ich auch mache, weil ich wohl niemals wie du werde, Mein bunter Drache.
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Ehe
Seit fast 10 Jahren sind wir zwei ein Team, und das ist wunderbar, denn wo wir sind ist einerlei: Wir sind zusammen, das ist klar. Wie deine Laune ist, das seh’ ich dir an der Nasenspitze an, und deinen Kummer, den versteh ich, denn schließlich sind wir Frau und Mann.
Morgens früh im Bette schon, liegst du - wie immer - neben mir. Klingelst du am Telefon, weißt du sicher: Ich bin hier! Was du empfindest oder denkst; das weiß ich meistens ganz genau. Und deine Macken kenn ich längst, denn schließlich sind wir Mann und Frau.
Andr’e mögens “öde” nennen, wir beide finden’s wunderbar einander wirklich gut zu kennen, denn wir sind ja ein Ehepaar!
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Du
Du bist für mich des Tages Leben, du bist für mich der Nächte Ruh’, du bist für mich der Sterne Schimmer und auch die Sonne, die bist du!
Der Regen ohne dich ist trostlos, Gesellschaft ohne dich allein, ein Lachen ohne dich ist bitter, denn ohne dich kann ich nicht sein!
Der Himmel ohne dich erdrückend, nur gräulich ist das Abendrot, ein Herzschlag ohne dich ist nutzlos, denn ohne dich bin ich schon tot.
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Hölle
Die Welt ist schlecht,das lernt man mit den Jahren. Erfahrung lehrt uns vorsichtig zu sein. So manches Böse hat man schon erfahren, das Gute sieht man nie allein. Stets fürchtet man, enttäuscht zu werden. DAS ist die Hölle hier auf Erden
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(c) Shari 2000
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