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Der 40. Geburtstag
Der Tragödie 1. Teil
Wir planen ein Geschenk
Susi wünscht sich von uns einen Füller. Ein schöner Wunsch. Wenn finanziell möglich – und das sollte möglich sein – soll er erfüllt werden. Doch Birgit meint: „Das ist aber nichts Persönliches von uns, nichts, was sie später immer an uns und diesen 40sten Geburtstag erinnert!“ Ich überlege kurz und denke an die Oldie-CDs, die wir für eine ander Freundin zum 40sten Geburtstag gemacht haben. Die erinnern einen an die Jugend, unsere Sturm-und-Drang-Zeit. Wenn man die CD dann noch mit ein paar eigenen Bildern verziert, ist es doch ein schönes Erinnerungsstück.
Gesagt getan. Ein paar passende Lieder sind schnell ausgesucht, für die Hülle muss man nur die gespeicherte Version vom letzten Mal umarbeiten und nach einem am PC verbrachten Vormittag ist eine Doppel-Oldie-CD mit persönlichem Look fertig.
Doch irgendwie reicht mir das nicht...
Wie hatte das die Familie des letzten Geburtstagskindes noch gemacht? Eine CD mit alten Bildern?? Keine schlechte Idee. Ich durchsuche einen Abend lang meine Alben, meine Briefe, meine Kiste mit Hochzeits- und Geburtsanzeigen und schon ist ein Grundstock gelegt. Doch für mein Gefühl zu wenig. Also bitte ich Jacqueline und Birgit um Material. Bereitwillig durchwühlen die ebenfalls ihr Archiv und bringen mir ihre Andenken an unsere gemeinsame Zeit.
Los geht’s. Alles was für wert befunden wird, wird erst einmal eingescannt. Stunden später: der Scanner glüht, aber die Bilder sind im PC. In hoher Auflösung, damit die Qualität auch gut wird, doch der dafür benötigte Speicherplatz legt den PC ziemlich lahm. Alles dauert ewig, was die Arbeit natürlich unnötig in die Länge zieht. Jede Änderung überlegt das Bildbearbeitungs-programm sich ganz genau. Ich sitze vor dem PC und gebe Thomas mal wieder Recht: „Wir brauchen einen neuen Computer!“ Naja, letztendlich geht es ja doch noch und Sonntag Mittag ist alles fertig. Die gebrannte CD kommt zwecks Probelauf in den DVD-Player. Funktioniert! Da fällt mir ein, dass Susi keinen DVD-Player hat, sondern über die Playstation DVDs anschaut.
Es folgt der Tragödie 2. Teil
Wir bauen einen Diavortrag
Den restlichen Sonntag arbeite ich daran, die Bilder in eine Video-CD umzubauen, weil die Playstation Bilder nicht abspielt, Filme aber schon.
Nach in Anspruchnahme von 2 verschiedenen Programmen und ca. 5 Versuchen läuft die 6. CD zwar, aber es sind immer die Ränder der Bilder abgeschnitten, also der Teil, auf dem sich der von mir hinzugefügte Text befindet.
Muss ich tatsächliche alle Bilder neu machen??
Wegen Platzmangel auf der Festplatte habe ich die beschrifteten Bilder nämlich nur als jpeg gespeichert und bei diesem Format kann man den Text nicht mehr verschieben.
Ich beschließe, um alle Bilder einfachen einen 2cm dicken Rand zu machen. Dann kann der Text bleiben, wo er ist und der Rand wird abgeschnitten. Dank der Weisheit meines Mannes überprüfen wir auf Christoph’s Playstation erst mal, ob die CD denn darauf läuft, bevor ich mit der erneuten Überarbeitung der Bilder beginne.
Dies tut sie natürlich NICHT. Und Christoph sagt (hätte er das nicht einen halben Tag früher tun können?): „ Die Playstation erkennt nur Original DVDs, keine selbstgebrannten!“
Und nun??
Thomas meint: „ Die haben doch einen PC. Da können die doch die Bilder gucken...“ Ich bin den Tränen nahe: „ Der läuft zur Zeit nicht! Lässt sich nicht mehr hochfahren, sagt Susi!“
Was nun? „ Also, dass liegt jetzt aber nicht an UNSEREM Equipment!“ meint Thomas.
Ich überlege kurz, zucke resignierend mit den Schultern und entschließe mich, das Ganze auszudrucken: „Ist zwar nicht so toll, aber irgendwann wird der PC wohl wieder laufen! Bis dahin muss es eben reichen.“
Es folgt der Tragödie 3. Teil
Wir drucken die Bilder aus
Schon nach wenigen Seiten merke ich: Die Qualität ist echt Sch... Obwohl Tinte genug vorhanden ist, ist die farbliche Zusammenstellung der gedruckten Bilder weit von den Originalen entfern. Ich reinige auf Thomas Vorschlag hin den Druckerkopf, ohne Erfolg. Ich versuche eine Farbanpassung, keine Verbesserung. Ich drucke die Bilder in den unterschiedlichsten Einstellungen, es ändert sich nichts and er schlechten Qualität der Bilder. Auch die Untersuchung der Farbpatronen und der Austausch von zwei fast leeren Patronen bleibt ergebnislos. ‚Naja,’ denke ich schließlich ‚Hauptsache man kann es erkennen. Sie soll ja nur schon mal sehen, was auf der CD drauf ist!’
Dann merke ich, dass die Seiten mit viel Schwarz besonders schlecht sind. Den größten Teil des Montags verbringe ich also damit, die schwarzen Teile weiß zu machen und die Texte in schwarz neu hinzuzufügen.
Zum Mittagessen gibt es Pfannkuchen, das geht Ruck-Zuck, zu mehr habe ich keine Zeit, denn Dienstag muss ich arbeiten, also muss das alles Montag fertig werden.
Ein kleines Gedicht, dass ich zwischendurch mal angefangen habe, warten auch noch auf seine Fertigstellung. Wie war das noch gleich? Hatte Susi nicht mal erzählt, dass ihr Eltern heiraten „mussten“? Ach, ich gehe mal davon aus. Wenn es nicht stimmt,es passt auf jeden Fall gut in den Reim....was man von dem „Jahrgang 1964“ nicht behaupten kann. Bei einigen Zeilen stimmt das Versmaß nicht. Dafür passen die inhaltlich gut....langsam bekomme ich Kopfschmerzen. Vielleicht sollte ich das Gedicht weglassen.
Was macht eigentlich mein Drucker?? Die Bilder sind immer noch schlecht...manche mehr, manche weniger. Ich versuche es nochmal mit einer Farbanpassung, doch irgendwie scheint der Drucker seinen Geist aufzugeben. Die Qualität bleibt schlecht aber immerhin kann man erkennen, was darauf abgebildet ist. Das muss reichen. Toll wäre es, wenn ich die Bilder abziehen lassen könnte, aber dafür bleibt nicht genug Zeit.
Ich nehme die Bilder letztlich also so, wie der Drucker sie ausspuckt. Bei mehreren Drucken suche ich mir das Beste heraus und das Ganze wird gelocht und liebevoll zusammen gebunden.
Das Gedicht ist – dank langer Pausen am PC – mittlerweile auch soweit, dass man es irgendwie über die Lippen bekommt. Nicht gerade eine meiner Glanzleistungen, aber doch ein poetischer Geburtstagsgruß.
Und Montag Abend ist dann tatsächlich alles fertig. Jetzt wird das noch nett verpackt und dann freuen wir uns auf ein nettes Beisammensein am Mittwoch.
(c)Anette 2004
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